Fahrradsommer der Industriekultur 2016

Der Fahrradsommer der Industriekultur 2016 findet am Sonntag, 5. Juni 2016 an der Jahrhunderthalle Bochum statt. Zum 10. Mal wird sich bei diesem Highlight, das echte Enthusiasten eigentlich nicht verpassen dürfen alles rund ums Fahrrad und Radfahren in der Metropole Ruhr drehen. Dieser Blogartikel informiert darüber, aber nicht nur das – wir möchten Sie für eine individuelle Anreise zum Veranstaltungsort, natürlich mit dem Rad, gewinnen. Daher finden Sie neben vielen Informationen zum Fahrradsommer zusätzlich zwei Touren zur Jahrhunderthalle Bochum. Aber schauen Sie selbst.

Was gibt’s denn alles am 5. Juni auf dem Fahrradsommer zu entdecken? Eine ganze Menge!

  • Großer Fahrradmarkt mit verschiedenen Bike-Modellen (auch E-Bikes, Pedelecs etc.) inklusive entsprechendem Zubehör und Ausrüstung. Freuen sich Sich auf Probefahrten und Vorführungen.
  • Touristische Infostände, welche die schönsten Radstrecken in der Metropole Ruhr vorstellen und Lust darauf machen, die Industriekultur zu entdecken.
  • Gästeführungen und Vorträge, u. a. zum Radschnellweg Ruhr (RS1), der bereits in diesem Blog ausführlich besprochen wurde.
  • Live-Musik, Bühnenprogramm, moderierte Talks sowie Kinderaktionen und -programm. Der Fahrradsommer ist auch ein großes Familienfest!
  • Für das leibliche Wohl ist natürlich gesorgt.

Sie sehen, es lohnt sich. Hier noch einmal der Termin mit allen Angaben:

Fahrradsommer der Industriekultur 2016
Sonntag, 5. Juni 2016 von 11:00 bis 17:00 Uhr
Jahrhunderthalle Bochum
An der Jahrhunderthalle 1, 44793 Bochum
Der Eintritt ist frei!

Bild zum Fahrradsommer der Industriekultur im Jahr 2015.

So schön war’s im letzten Jahr: Fahrradsommer der Industriekultur 2015. Foto: Thomas Berns / RIK.

So, jetzt aber zu den zwei versprochenen Touren. Es ist nämlich so – der Veranstaltungsort bietet sich für eine individuelle Anreise per Rad geradezu an.


Anreise zum Fahrradsommer über die Erzbahntrasse

Bild zum Grimberger Sichel (Rhein-Herne-Kanal).

Die Grimberger Sichel über den Rhein-Herne-Kanal. Foto: Guntram Walter / RIK.

Bei der Anreise über die Erzbahntrasse ist die Grimberger Sichel ihr Startpunkt – ein Brückenbauwerk in asymmetrischer Stahlkonstruktion, das am Westrand des Hafens Grimberg den Rhein-Herne-Kanal in einem halbkreisförmigen Bogen überquert. Von dort aus geht es über die Erzbahntrasse in südöstliche Richtung, zunächst am Hafen Grimberg (auf der linken Seite) und der ZOOM Erlebniswelt (auf der rechten Seite) vorbei.

Aber was ist eigentlich die Erzbahntrasse? (oft auch nur „Erzbahn“ genannt) – Historisch gesehen eine bedeutende privat betriebene Werksbahn, deren Zweck es war, die Hüttenwerke im Süden mit dem Hafen Grimberg zu verbinden. Dort, wo Sie jetzt zum Fahrradsommer radeln rollten bis Ende der 1960er Jahre Güterzüge voller Erz gen Süden. In der Gegenrichtung waren es Steinkohle und Koks. Auf dieser – Ihrer – Reise in die Vergangenheit reihen sich die Zeugnisse des Industriezeitalters wie an einer Perlenschnur auf…

Bild zur Erzbahnbrücke 9 (Pfeilerbrücke).

Erzbahnbrücke 9, auch Pfeilerbrücke genannt. Foto: R. Budde / RIK.

Es geht weiter. Vorbei an Halden und über fünfzehn teils original erhaltene, teils durch Neukonstruktion ersetzte Brücken. Zunächst sind es die Erzbahnbrücken 14 und 13, dann 11 und 10. Die Erzbahnbrücke 9, die Pfeilerbrücke, in der Mitte der Erzbahntrasse ist mit ihren 14 Metern Höhe auf 345 Metern etwas ganz Besonderes. Warum so viele Brücken? – Es ging nicht mehr anders. In der späten Entstehungszeit im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts waren bereits zu viele Bahnlinien und Straßen zu überqueren… Übrigens, kurz hinter der Pfeilerbrücke liegt rechts ein netter Radfahrkiosk – „Holgers Erzbahnbude“.

Bild zur Erzbahnschwinge.

Die Erzbahnschwinge kurz vor der Jahrhunderthalle Bochum. Foto: Harald Spiering.

Zechen, Arbeiterhäuser und -siedlungen sowie eine ökologische Kleingartenanlage sind die Begleiter auf dem zweiten Teilstück der Erzbahntrasse, viele Gelegenheiten für Abstecher, aber viel zu viele, um sie hier ausführlicher zu erwähnen. Und immer wieder Brücken – die Erzbahnbrücken 6 und 4, letztere wird auch als „Rote Brücke“ bezeichnet. Ein Highlight darf aber nicht unerwähnt bleiben – die Erzbahnschwinge, kurz vor Ihrem Ziel, der Jahrhunderthalle Bochum, eine 130 Meter lange S-förmig gestaltete Hängebrücke über die Gahlensche Straße. Noch eine Brücke…

Wir wünschen Ihnen viel Spaß auf dem Fahrradsommer der Industriekultur 2016!

Anreise: Erzbahntrasse
Startpunkt: Grimberger Sichel (Rhein-Herne-Kanal)
Zielpunkt: Jahrhunderthalle Bochum
Länge und Zeit: 11 Kilometer (ca. eine Stunde)
Download (GPX-Datei): tour-erzbahntrasse.zip
Tourenbeschreibung: tour-erzbahntrasse.pdf

Oder doch lieber eine Papierkarte zur Erzbahntrasse? Die gibt es, kostenlos im Online Shop des RVR! Schauen Sie mal hier.


Anreise über den Zollvereinweg und die Kray-Wanner-Bahn

Die zweite Möglichkeit den Fahrradsommer zu erreichen startet in Essen, ca. 10 Kilometer westlich der Jahrhunderthalle, führt über den Zollvereinweg und in Verlängerung mit der zum Radweg umgebauten Kray-Wanner-Bahn ebenfalls über das ehemalige Zechen- und Güterbahnnetz der industriellen Vergangenheit. Wenn Sie sich für diese Möglichkeit entscheiden, treffen Sie am Ende der Kray-Wanner-Bahn auf die oben beschriebene Erzbahntrasse und zwar genau an dem Radfahrkiosk. Dort einfach rechts fahren und der Erzbahntrasse weiter folgen.

Bild zum UNESCO Welterbe Zollverein.

UNESCO Welterbe Zollverein. Foto: Adler / RVR.

Wo genau beginnt die Tour denn jetzt? – An der Zeche Zollverein. Jeder kennt sie, das UNESCO Welterbe Zollverein, die Grande Dame der Industriekultur. „Industrielle Kulturlandschaft Zollverein“ war einer der ersten Artikel in diesem Blog – übrigens, auch eine schöne Tour. Aber zurück zu dieser Tour. Etwas nördlich des berühmten Schacht XII finden Sie den Zollvereinweg, dem Sie in Richtung Osten folgen. Nach einiger Zeit erreichen Sie den Schacht 3/7/10 der Zeche Zollverein und schließlich den 290 Hektar großen Landschaftspark Mechtenberg, im Städtedreieck von Essen, Bochum und Gelsenkirchen gelegen.

Bild zur Himmelstreppe (Halde Rheinelbe).

Die Himmelstreppe auf der Halde Rheinelbe. Foto: Beermann / RVR.

Am Landschaftspark Mechtenberg endet der Zollvereinweg und es geht über die Kray-Wanner-Bahn weiter zum Fahrradsommer. Auch hier handelt es sich um eine ehemalige Güterzugstrecke, die schnurgerade in nordöstliche Richtung verläuft. Eine schöne Strecke. Etwa auf der Hälfte der Kray-Wanner-Bahn sehen Sie auf der rechten Seite – weithin sichtbar – die als Halde Rheinelbe bekannte Bergehalde in Gelsenkirchen, direkt an der Stadtgrenze zu Bochum. Auf der Halde steht die sog. Himmelstreppe, eine 10 Meter hohe, in Form einer Treppe gestaltete Skulptur aus großen, alten Betonblöcken. Die Aussicht von diesem höchsten Punkt der Halde ist einfach grandios, sodass der Blick weit über die Metropole Ruhr schweifen kann.

Nach weiteren ca. drei Kilometern treffen Sie auf den bereits erwähnten Radfahrkiosk. Rechts geht’s dann über die Erzbahntrasse zum Fahrradsommer der Industriekultur.

Anreise: Zollvereinweg / Kray-Wanner-Bahn / Erzbahn
Startpunkt: Zeche Zollverein
Zielpunkt: Jahrhunderthalle Bochum
Länge und Zeit: 16,5 Kilometer (ca. eineinhalb Stunden)
Download (GPX-Datei): zollvereinweg.zip
Tourenbeschreibung: zollvereinweg.pdf

Zu guter Letzt finden Sie hier eine interaktive Online-Karte zu den beiden individuellen Anreisemöglichkeiten – mit allen im Text erwähnten markanten Orten von Interesse entlang der beiden Touren.

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Karte | Online Landkarte selber erstellen

Bild mit Frau und Kind auf dem Fahrradsommer.

Der Fahrradsommer ist auch etwas für kleine Gäste! Foto: Thomas Berns / RIK.

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