Wandern zwischen Werden und Kettwig – eine Schlösser-Tour

Unsere neueste Tour führt Sie in der Süden von Essen. Dort verläuft Sie von Werden nach Kettwig, immer südlich der Ruhr, durch dichte Waldgebiete, offene Felder und vorbei an etwas, das in den Klischees vom grauen Ruhrgebiet so gar keinen Platz hat – Schlösser. Genau drei an der Zahl warten darauf von Ihnen entdeckt zu werden. Und wer Lust hat kann diese Schlösser-Tour mit einer Schifffahrt auf der Ruhr krönen.

Ein Bild der Stadtklostermauer in Werden.

Die Stadtklostermauer in Werden. Hier verlassen wir den Ortskern. Foto: RVR

Jetzt geht es aber los – Startpunkt ist der S-Bahnhof in Werden, der regelmäßig von der Linie S 6 angefahren wird. Zunächst bringt uns die Gustav-Heinemann-Brücke, eine große Straßenbrücke, über die Ruhr. Dann geht es weiter die Abteistr. hinauf in Richtung Werden-Zentrum und nach ca. 200 Metern rechts in die Straße Klemensborn. Was das für ein schönes Gebäude links ist? Die Folkwang Universität der Künste, baulich eine alte Barockresidenz. Nördlich davon befindet sich die St.-Ludgerus-Kirche, eine sog. Basilica minor. Wir gehen allerdings weiter, bis zur Straße An der Stadtmauer, in die wir rechts einbiegen. Nach ca. 50 Metern finden wir auf der linken Straßenseite Stufen in den Resten der alten Stadtmauer von Werden. Diesem Pfad folgen wir bergauf. (Wahrscheinlich ist es korrekter, von der „Stadtklostermauer“ zu sprechen)

Hinein in den Wald, hinauf auf den Berg

Auf dem Pastoratsberg in Werden.

Auf dem Pastoratsberg in Werden. Hier wandern wir rechts weiter. Foto: RVR

Es ist der sog. Pastoratsberg, den wir jetzt hinaufstampfen. Wir verlassen die Stadt, es wird idyllisch auf unserer Schlösser-Tour. An der ersten Weggabelung (siehe Bild dazu) gehen wir rechts den Weg, der leicht abschüssig ist. Links der Weg bergauf führt zur Jugendherberge Essen. Da wollen wir aber nicht hin. Nach ca. 600 Metern treffen wir auf eine Straße mit dem Namen Pastoratsberg, der wir rechts weiter folgen. Die Straße ist asphaltiert und führt uns an einzelnen, verträumt gelegenen Häusern vorbei. Wir gehen bis zu dem Haus mit der Nummer 41, um an der dortigen T-Kreuzung links den Berg hinunterzugehen. Nach einem kurzen Abstieg treffen wir auf eine weitere Kreuzung und überqueren diese sowie den kleinen Bach, der dort fließt. Anschließend geht es den Kutschenweg hinauf.

Ein Teilstück des Ruhrhöhenwegs.

Teilweise verläuft unsere Schlösser-Tour auf dem Ruhrhöhenweg. Foto: RVR

Das ein oder andere Auto kann auf diesem Teilstück unserer Schlösser-Tour schon mal vorbeirauschen – das ändert sich aber bald, denn hinter dem Schild mit der Aufschrift „TRIPLE P FARM“, dort gehen wir rechts in den Kutschenweg 12 – 20, werden die Wege wieder schmaler und das Wandern ungestörter. Nach einiger Zeit erreichen wir eine Gruppe von Häusern, eher eine kleine Siedlung. Jetzt heißt es aufpassen: Wir dürfen den kleinen Durchgang (siehe Bild dazu), der mit den Wanderzeichen A2 / Ruhrhöhenweg / XR gekennzeichnet ist nicht verpassen. Der Eingang dazu befindet sich inmitten der Häusergruppe, dort wo die asphaltierte Straße endet. Übrigens, der Ruhrhöhenweg ist ein Fernwanderweg, der die Ruhr von der Quelle bei Winterberg im Hochsauerland bis zur Mündung in Duisburg in den Rhein begleitet.

Es wird malerisch auf unserer Schlösser-Tour

Ein Naturdenkmal entlang der Schlösser-Tour.

Gleich mehrere Naturdenkmale liegen an unserer Schlösser-Tour. Foto: RVR

Denn das wahrscheinlich schönste Teilstück liegt vor uns… Der Durchgang führt uns in einen idyllischen Wald, ein schmaler Pfad mit weichem Boden. Bei Sonnenschein dringt nur wenig Licht durch die fast geschlossenen Baumkronen. Wie Tau liegt es dann auf den Blättern und scheint herunterzufließen, von Blatt zu Blatt, wenn leichter Wind aufkommt. Nach langer Zeit verlassen wir den dichten Wald und treffen auf eine Kreuzung, an der wir geradeaus weitergehen, entlang des Bücker Bach, der links von uns bergab fließt. Schließlich erreichen wir einen Hof mit einem eindrucksvollen Naturdenkmal: einer alten Eiche. An der dortigen Kreuzung wandern wir rechts weiter. Wir überqueren den Oefter Bach, entdecken den Platz des Essener Golf Club Haus Oefte e.V., gehen noch einmal rechts und erreichen erneut eine Kreuzung. Jetzt liegt es vor uns…

Bild eines idyllischen Ortes kurz vor Schloss Oefte.

Idylle kurz vor Schloss Oefte. Foto: RVR

Schloss Oefte

Logo des neanderland STEIGEs ist das erste auf unserer Schlösser-Tour. Gehen Sie einfach noch etwas geradeaus, dann sehen Sie es. Schloss Oefte, auch Haus Oefte genannt, ist einer der ältesten Herrensitze in der Region und wurde im 9. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt. Die Schlossanlage steht mit dem sie umgebenden Park unter Denkmalschutz und wird von dem bereits oben erwähnten Golfclub genutzt. Das Südufer der Ruhr in Essen-Kettwig ist übrigens nicht mehr weit entfernt. Um unsere Schlösser-Tour fortzusetzen, müssen wir, ausgehend von der zuletzt erwähnten Kreuzung, links die Straße Oefte 3 und 5a nehmen, die uns zu dem Forsthaus Waldfried und dem Hessenhof führt. Dahinter geht es halb rechts in den Wald hinein und nach 150 Metern, jetzt scharf rechts, auf den neanderland STEIG, einem der bedeutenden kulturtouristischen Wanderwege Deutschlands. Dem neanderland STEIG begegnen Sie auch in einem weiteren Artikel in diesem Blog – dem zur Elfringhauser Schweiz. Achten Sie auf die roten Markierungen.

Ein Bild von Schloss Oefte am Südufer der Ruhr in Essen-Kettwig.

Schloss Oefte am Südufer der Ruhr in Essen-Kettwig. Foto: RVR

Weiter nach Kettwig

Bild mit Blick auf Essen-Kettwig.

Blick auf Essen-Kettwig. Foto: RVR

Einen Kilometer lang folgen wir jetzt dem neanderland STEIG in Richtung Kettwig vor der Brücke, wie dieser Teil von Kettwig heißt. Nach diesem einen Kilometer geht rechts ein kleiner Fußweg bergab mit dem wir den neanderland STEIG kurzzeitig verlassen. Ggf. hilft Ihnen an dieser Stelle das Wanderzeichen A2 weiter. Wir treffen auf die Charlottenhofstr., und zwar an einer Stelle die stark befahren wird, unübersichtlich ist und zudem auch noch recht überraschend auftaucht. Seien Sie bitte vorsichtig! Wer die Tour vorzeitig beenden möchte kann hier die Straße überqueren und über die Werdener Str. den S-Bahnhof Kettwig Stausee erreichen. Wer weiter will muss die Charlottenhofstr. hinauf. Nach der ersten Linkskurve gibt es auf der rechten Straßenseite einen kleinen Abstieg (siehe Bild dazu) – der neanderland STEIG hat uns wieder!

Der Klipperweg in Essen-Kettwig.

Etwas versteckt: Hier geht es den Klipperweg bergab. Foto: RVR

Es ist der Klipperweg, den wir hinuntergehen und der weiter unten auf die Straße Am Wildbach trifft. Dort gehen wir rechts, unterqueren die zwischen Düsseldorf und Hagen verlaufenden Ruhrtalbahn, um dann die Heiligenhauser Str. zu überqueren. Auf der anderen Seite geht es dann, leicht rechts versetzt zunächst in die Rindersberger Mühle, und anschließend auf dem Höseler Weg links den Berg hinauf, so lange, bis wir nach ca. 650 Metern links den Katholischen Friedhof Kettwig vor der Brücke sehen. Kurz dahinter (50 Meter) gehen wir rechts durch eine Schranke und folgen wieder dem neanderland STEIG. Achten Sie jetzt auf die roten Markierungen – sie führen uns direkt zum nächsten Ziel. Lediglich nach 540 Metern dürfen Sie den Weg, der rechts abgeht nicht verpassen. Aber auch dort helfen die roten Markierungen des neanderland STEIG, ggf. auch das Wanderzeichen A3.

Ein Bild der Rindersberger Mühle in Kettwig vor der Brücke.

Die Rindersberger Mühle (rechts) in Kettwig vor der Brücke. Foto: RVR

Schloss Landsberg

Sitzgelegenheit bei Schloss Landsberg.

Ausruhen. Erholung. Stille. Foto: RVR

Das zweite oder mittlere Schloss der Schlösser-Tour. Die Ursprünge von Schloss Landsberg reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück. Ab 1288 gehörte die Anlage, zu dem Zeitpunkt eine Burg, den Herren von Landsberg. Während des 17. und 18. Jahrhunderts wurde sie mehrfach verändert, bis schließlich der Industrielle August Thyssen sie 1903 erwarb. Heute ist Schloss Landsberg eine Seminar- und Tagungsstätte der ThyssenKrupp AG. Ein kleiner Abstecher lohnt sich. Wer unsere Schlösser-Tour direkt fortsetzen möchte, geht vor Schloss Landsberg rechts weiter auf dem – Sie wissen schon – neanderland STEIG. Dessen Markierung hilft ungemein, denn selbst bei trockenem Wetter ist der Weg in dem Wald nur schemenhaft zu erkennen. Wir überqueren den Landsberger Graben und weiter unten ein zweites, kleines Gewässer. Dort gehen wir rechts, um nach 150 Metern bergab auf die August-Thyssen-Str. zu treffen.

Ein Bild des Herrenhauses von Schloss Landsberg.

Das sog. Herrenhaus von Schloss Landsberg. Foto: RVR

Auf der anderen Seite der stark befahrenen Hauptstraße gehen wir rechts, um danach links die Landsberger Str. in Richtung Kettwig zu nehmen. Aber Halt…, ein Schloss fehlt ja noch! Daher biegen wir nach 200 Metern links ab, um nach weiteren 350 Metern rechts zu gehen. Eigentlich stehen wir schon davon – aber der Zugang befindet sich auf der gegenüber liegenden Seite. Also weiter, nach 100 Metern noch einmal links und nach 270 Metern wiederum links. Wir haben uns quasi von hinten heran geschlichen. Nur noch ein paar Meter, dann haben Sie es geschafft, dann stehen Sie vor…

Schloss Hugenpoet

Schloss Hugenpoet ist ein Wasserschloss. Wie sooft bei historischen Anlagen hat auch Schloss Hugenpoet eine bewegte Vergangenheit: Einen Vorgängerbau, einen Neubau an der heutigen Stelle sowie dessen Zerstörung und Neuaufbau. Im Wesentlichen besitzt Schloss Hugenpoet seine heutige Form seit dem Jahr 1696. Gegenwärtig wird das Schloss als Hotel-Restaurant genutzt. Das 5 Sterne Schlosshotel gehört zu den sog. Leading Hotels of the World!

Ein Bild von Schloss Hugenpoet.

Schloss Hugenpoet liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schloss Landsberg. Foto: RVR

Das war’s auf unserer Schlösser-Tour zwischen Werden und Kettwig. Über die Ihnen bereits bekannten Straßen August-Thyssen-Str. sowie Landsberger Str. erreichen Sie die Ruhrbrücke Kettwig, die beiderseits von Fußwegen flankiert wird. So können Sie noch die Altstadt in Kettwig auf der anderen Ruhrseite besuchen. Dort finden Sie z. B. auch die Bootsanlegers der Weißen Flotte. Oder Sie bleiben in Kettwig vor der Brücke und gehen über die Ringstr. und die Werdener Str. zum S-Bahnhof Kettwig Stausee.


Die ganze Wandertour von Werden nach Kettwig noch einmal im Überblick

Charakter: Gut begehbare Wegestrecke. Größtenteils ohne Autoverkehr.

Downloads: Die Wandertour ist auf einer Detailkarte zum Ausdrucken (vier Seiten DIN A4) noch einmal genau eingetragen (siehe PDF-Datei in der Tabelle unten). Zudem finden Sie in der Tabelle unten eine GPX-Datei (Track) mit dem Linienverlauf für die Navigation per GPS. Die GPX-Datei ist in ein ZIP-Archiv eingepackt.

Startpunkt: S-Bahnhof Essen-Werden
Endpunkt:  S-Bahnhof Kettwig Stausee
Länge: 14,7 Kilometer
Zeit: ca. 3 ½ Stunden (ohne Pausen)
Höchster Punkt:  ca. 140 Meter über NN
Tiefster Punkt:  ca. 40 Meter über NN
Download (GPX-Datei): tour-werden-kettwig.zip
Tourenbeschreibung: tour-werden-kettwig.pdf

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2 Antworten auf Wandern zwischen Werden und Kettwig – eine Schlösser-Tour

  1. Marcus sagt:

    Wow, sehr sehr toller Bericht! Danke! Wenn wir in der Nähe sind, machen wir einen großen Wanderausflug mit der Firma. Danke auch für die Fotos! Das vershafft einen noch mehr Einblicke.

    • RVR sagt:

      Schön, dass Ihnen die Wandertour gefällt und viel Spaß beim Wandern mit der Firma! Das Wetter passt ja jetzt auch gut zu solchen Ausflügen.

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