Durch das Naturerlebnis Üfter Mark, zwischen Erle und Rhade

An einem der (letzten) Sommertage haben wir eine Tour durch die Üfter Mark unternommen, vorbei an Maisfeldern und Bauernhöfen, durch Rhade und Erle und auf den Spuren der Rothirsche.

Naturerlebnis Üfter Mark: Wir starten in Rhade

Rhade ist seit 1975 ein Stadtteil von Dorsten und zählt um die 5500 Einwohner. Startpunkt war der Park + Ride Parkplatz am Bahnhof Rhade. Von Essen aus ist Rhade in 45 Minuten mit der Nordwestbahn im Stundentakt zu erreichen.

Vom Bahnhof aus, ging es Richtung Norden rechts über die Gleise und dann wieder links durch die Maisfelder in „Am kalten Bach“, vorbei an den ersten von vielen weiteren Bauernhöfen und rot verklinkerten Einfamilienhäuschen. An der Kreuzung hinter dem Rhader Ortsschild fährt man nun links in den Wellbrockweg, hinein in den Wald.

üfter mark tour tipp üfter mark tour tipp

Beschaffenheit der (Rad-)Wege:

90% der Route führte über vernünftig asphaltierte, aber wenig befahrene Straßen. Durch die Waldstücke führte in der Regel ein Schotter bzw. Waldweg. Am Ende des Wellbrocksweg erreicht man die Erler Straße. Wenn man rechts abfährt in Richtung Werlo, führt der Weg ein Stück, gefühlt, querfeldein. Einzig Spurrillen geben preis, dass sich dort ein befahrbarer Weg befinden könnte.

üfter mark tour tipp
Der Trampelpfad zum Werlo

Die einzige Straße mit etwas mehr Verkehr und ohne abgetrennten Radweg ist die Truvenne bzw. Hagen bevor man links abbiegt und nach Erle hinein fährt. Wir hatten zudem das Glück und machten Bekanntschaft mit der örtlichen Müllabfuhr.

Naturerlebnis Üfter Mark: Ein Päuschen in Erle

üfter mark tour tipp
St. Silvester Kirche in Erle. Davor der Ständebaum.

Nach ungefähr der Hälfte der Strecke ist man in Erle angekommen. Erle gehört zur Gemeinde Raesfeld im Kreis Borken. Nicht zu verwechseln mit dem Stadtteil Erle in Gelsenkirchen. Nach dem Krieg vergrößerte sich Erle kontinuierlich, behielt aber immer seinen dörflichen Charme bei.

Das kleine Dorf bietet einige schöne Ecken für eine Verschnaufpause und zum Erkunden. Da wäre das Heimathaus, welches zu den ältesten stehenden Gebäuden im ganzen Dorf gehört. Dort ist auch das Heimatmuseum untergebracht mit Stücken aus der Vergangenheit des Dorfes. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Turmwindmühle und die Femeiche, sowie der Teufelsstein und die Grabhügel, wenn man etwas mehr Zeit in Erle einplant und sich auch jenseits der vorgeschlagenen Route aufhält.

üfter mark tour tippÜber 1300 Jahre alte Femeiche.

üfter mark tour tipp

Femeiche:

In Erle muss man sich die Femeiche ansehen. Eine mindestens 1300 Jahre alte Eiche die bestimmt einiges zu erzählen hätte, wenn sie denn könnte. Den Namen erhielt die Eiche von dem geheimen Femgericht, das im Mittelalter regelmäßig unter der Eiche tagte. Vor allem in Westfalen waren Femgerichte verbreitet und urteilten im Namen des Kaisers über Schwerverbrechen wie Mord oder Brandstiftung, bei Schuldspruch in der Regel mit der Todesstrafe.

Vom Stamm der Eiche steht heute nur noch ein Bruchteil. Sturmschäden, Pilze und Schrägwuchs haben dem Baum seine heutige Gestalt gegeben. Morsches Holz im Inneren des Stamms wurde vor ungefähr 200 Jahren entfernt, sodass man den Baum betreten konnte. Mittlerweile werden die Äste und der Baum gestützt und seit einigen Jahren regelmäßig Maßnahmen unterzogen, damit das Holz des Stamms nicht noch dünner wird. Zudem wurde in den 1980er Jahren ein Zaun um die Eiche errichtet, welcher zusätzlich unter anderem die Wurzeln schützen soll. Gleich neben der Eiche befindet sich auch eine Info Tafel zum alten Pastorat, welches direkt nebenan steht und vor einigen Jahren in Privatbesitz übergegangen ist.

üfter mark tour tipp

Frisch gestärkt konnten wir uns auf dem zweiten Teil der Tour machen, wieder vorbei an vielen Kuhställen, Maisfeldern und Klinkerhäuschen.

Die Wege waren ausnahmslos glatt asphaltiert und kaum befahren. Mal kam uns ein Trecker entgegen, der entweder vom Feld oder aus dem Kuhstall kam, oder Fahrradfahrer, die die gleiche Idee hatten wie wir und das gute Wetter für eine kleine Tour nutzten.
Pro Tipp: Zwischendurch einfach mal stehen bleiben und lauschen. Man hört je nach Standort einfach nichts, außer Grillen und das Rascheln der Umgebung, wenn Wind geht. Für Stadtmenschen, die konstant Hintergrundgeräuschen ausgesetzt sind, ist es eine Wohltat für die Ohren.

üfter mark tour tippüfter mark tour tipp üfter mark tour tippüfter mark tour tipp
Wenn man ein ganzes Stück die Westrichter Straße durchgefahren ist, befinden sich auf rechter Seite erst wieder rote Klinkerhäuschen und Bauernhöfe, ein Stück weiter erreicht man dann eine Kreuzung mit der Schwan Bau GmbH auf der Ecke. Dort biegt man links in die Overbecker Straße ab. Ab hier ist der Weg zurück nach Rhade auch ausgeschildert und wir müssen noch ca. 9,6km fahren. Zuerst aber geht es endlich in die Üfter Mark.
Hier gibts noch einige zusätzliche Infos.

üfter mark tour tipp üfter mark tour tipp

Willkommen in der Üfter Mark:

Unsere letzte Etappe führt uns also durch das Naturschutzgebiet Üfter Mark. Als Teillebensraum der niederrheinischen Rothirschpopulation waren wir natürlich gespannt, ob wir welche zu Gesicht bekommen sollten. Dem war nicht so, nichtsdestotrotz entschädigte uns das Gebiet mit Natur pur und einer grandiosen Aussicht. Als der Wald lichter wurde, stand auf der rechten Seite eine kleine Holzhütte, die zu einer zweiten, diesmal kleineren Pause einlud. Darin waren Bänke aufgestellt und von einer zweiten Ebene hatte man einen erstklassigen Blick auf die Kiesgrube.

Wenn man den Rhader Weg durchfährt, erreicht man irgendwann die B224. Von der man überraschenderweise im Wald nicht viel gehört hat. Die wird überquert und wenn der Wald in Felder übergeht biegt man an der nächsten Möglichkeit rechts ab, in „Zum Vorwerk“. Von dort aus kann man schon die Autobahn hören, die auch überquert werden muss.
Ab hier besteht der Weg bis Brosthausen aus Schotterpiste. Von dort aus fährt man dann immer mit dem Gleisen im Augenwinkel gen Norden den Deutner Weg entlang und endet direkt wieder am Ausgangspunkt Bahnhof Rhade.

Diese und weitere Touren in der Region sind in der TourTipp Karte Üfter Mark und Dämmerwald zu finden.

Die Tour im Überblick:

Start/Ziel: Bahnhof Rhade

Charakter: Der Weg ist ab Erle zurück nach Rhade ausgeschildert, von Rhade nach Erle allerdings, ist eine Fahrradkarte definitiv zu empfehlen. Große Steigungen sind nicht vorhanden, sodass man die Strecke auch mit einem normalen Rad oder Kindern fahren könnte. Einzig die Zufahrt zum Werlo gestaltet sich ein bisschen holprig, da es sich um einen unbefestigten Trampfelpfand handelt. Wenn es vorher geregnet hat, sollte man den Weg besser umfahren oder schieben.

Länge ca. 32 Kilometer
Zeit ca. 3 Stunden
Download Tour Üfter Mark.zip
Tourenbeschreibung Tour Üfter Mark.pdf

Bilder und Text: Lara Krupp

Diesen Beitrag weiterempfehlen:

Setze ein Lesezeichen auf den Permalink

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.